Terezin
Beschreibung
- Terezin (deutsch: Theresienstadt) liegt drei Kilometer südöstlich der Kreisstadt Litomerice
- Stadt wurde von Kaiser Josef II. als Festung zur Abwehr preußischer Truppen in den Jahren 1780-1790 erbaut
- Josef II. benannte sie nach seiner Mutter Maria Theresia
- zum militärischen Zweck ist Festung allerdings nie gebraucht worden
- 1941 begannen die Nazis mit dem Aufbau eines Ghettos, dieses sollte ein Vorzeigelager für Juden aus dem Reichsgebiet sein
- Terezin hat mehrere Friedhöfe
- Sowohl auf dem städtischen als auch auf dem benachbarten Ghettofriedhof sind Juden begraben
- der Nationale Friedhof erinnert an 26.000 ehemalige Häftlinge der Festung
- auf dem städtischen Friedhof sind aus der Zeit des ersten Weltkriegs Juden aus der Russischen Armee und jüdische Flüchtlinge aus Galizien begraben
- ab Oktober 1942 wurden die Leichen im Krematorium auf dem Friedhofsgelände eingeäschert, die Asche wurde in großen Mengen in die Ohre geschüttet
- hier liegen etwa 13.000 Menschen begraben, 11.250 Einzel- und 217 Massengräber
Zeittafel
- 1782
- wurde Terezin das Stadtrecht verliehen
Ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verzeichnete man die Ansiedlung von mindestens drei jüdischen Familien.
- 1931
- lebten hier 103 Personen jüdischen Glaubens, die meisten waren jüdische Soldaten der örtlichen Garnison
- 1941
- wählten die Nationalsozialisten Terezin als Standort des Ghettos für die "Reichsjuden", noch im selben Jahr kam der erste Judentransport hier an
- 1942
- wurden alle nichtjüdische Bewohner Terezins von Nazis gezwungen die Stadt zu verlassen
bis zum Ende des Jahres wurden 56.717 Personen interniert
sie fielen alle unter das Rassengesetz der Nazis - bis 1945
- durchliefen 152.000 Gefangene aus 53 Ländern die Stadt
87.000 Menschen deportierten die Nazis in Vernichtungslager und 34.000 Menschen starben im Ghetto und der kleinen Festung - nach 1945
- wurde in der Kleinstadt eine Gedenkstätte und ein Ghettomuseum eingerichtet
nach und nach zogen Zivilpersonen in die Häuser - 1997
- entstand in der Magdeburger Kaserne eine Jugendbegegnungsstätte