Decin
- die Städte Decin (deutsch: Tetschen, gegründet im 13. Jahrhundert) und Podmokly (deustch: Bodenbach, Stadtrecht seit 1901) bilden heute das gegenwärtige Decin
- erste Aufnahme der Juden im 16. Jahrhundert
- Juden beteiligten sich aktiv am Handel und der Entwicklung des Bankwesens
- später wurden sie vertrieben und ihre Wiederansiedlung erst Mitte des 19. Jahrhunderts stattgegeben
- 1885 entstand eine jüdische Religionsgemeinschaft, wurde 1887 konstituiert und wandelte ihren Status 1895 in eine anerkannte Religionsgemeinschaft um
- damals gab es etwa 200 Mitglieder
- Zahl der Mitglieder wuchs stetig, worauf die Forderung einer Synagoge erhoben wurde
- ab 1892 wurde für den Bau des Gotteshauses gesammelt und schließlich wurde 1907 die im orientalisch- sezessionistischen Stil erbaute Synagoge fertig gestellt und eingeweiht
- 1930 zählte man in Decin und Podmokly 496 Juden
- der Ortsbürgermeister Dr. Kreissler verbot das Anzünden der Synagoge so entging die Synagoge den überall von Nazis entfachten Flammen
- nach dem zweiten Weltkrieg siedelten sich ca. 80 Juden vorrangig aus dem östlichen Teil der Tschechoslowakei an
- eine Synagogengruppe mit einem kleinen Predigtraum war hier nach dem Krieg aktiv, wurde später wegen des Rückgangs der Gemeindemitgliederzahlen aufgelöst
- im Laufe der Geschichte gab es 2 jüdische Friedhöfe in Decin, von denen heute keinerlei Spuren mehr zu finden sind
- 1994 gab die Kreisbehörde 1994 der kleinen Gemeinde die Synagoge zurück, Gegenwärtig wird sie restauriert
Usti nad Labem
- Usti nad Labem = deutsch: Aussig
- erster Friedhof entstand 1866 (Ecke Palachova und Sadova Straße)
- aus Platzgründen wurde er bereits 1893 geschlossen
- 1930 ebnete man das Gelände ein, heute bildet es den südlichen Teil eines Parks
- zweiter Friedhof wurde 1892 von der jüdischen Gemeinde gegründet
- wurde im Jahr 1924 erweitert bevor ihn die Nazis während des Protektorats zerstörten
- Bestattungen gab es hier auch noch nach dem zweiten Weltkrieg
- die letzten Spuren des Friedhofs wurden 1980 beseitigt, heute ist das Gebiet Teil eines Fabrikgeländes
- bereits im 16. Jahrhundert lebten Juden in Usti nad Labem
- nach späteren Vertreibungen war ihnen der Aufenthalt in der Elbestadt verboten
- nach 1848 war es ihnen erlaubt sich erneut anzusiedeln und die erste Betstube wurde 1863 errichtet
- 1893 wurden 95 jüdische Familien gezählt
- 1930 lebten 985 Personen jüdischen Glaubens in der Stadt
- die Religionsgemeinde wurde nach dem zweiten Weltkrieg neu gegründet und hat bis heute Bestand
Bilina
- Bilina liegt zehn Kilometer südwestlich von Teplice
- Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Synagoge gebaut, die in der Zwischenzeit in ein Wohnhaus umgewandelt wurde
- seit 1891 gab es hier einen jüdischen Friedhof, dieser wurde im dritten Reich zerstört
- keine Hinweise auf den einstigen Ort oder etwaige Überreste des jüdischen Friedhofs
- auf dem städtischen Friedhof findet man Grabinschriften mit deutsch klingenden Namen und eine Gedenkanlage für gefallene Soldaten
Jablonec nad Nisou
- Jablonec na Nisou (deutsch: Gablonz) liegt zehn Kilometer südöstlich von Liberec
- im 19. Jahrhundert entstand hier durch Abwanderer aus Liberec eine jüdische Gemeinde
- 1882 wurde der jüdische Friedhof eingeweiht, später teilweise durch Nazis zerstört
- 1892 wurde eine Synagoge nach dem Entwurf des Architekten W. Stiassny erbaut, sie wurde während der Protektoratszeit zerstört
- 1968 wurde der Friedhof geschlossen und die letzten Grabsteine wurden auf den Liberecer Friedhof gebracht
Trebusice
- Trebusice (deutsch: Triebschütz) das einst 20 Kilometer nordwestlich von Teplice lag, existiert heute nicht mehr
- 1945 wurden hier 206 Häftlinge begraben die Opfer auf einem Eisenbahntransport aus einem Konzentrationslager waren
Horni und Dalni Choblice
- deutsch: Koblitz
- in der Nähe der beiden Dörfer soll sich vermutlich ein Friedhof unbekannten Ursprung aus dem 16. oder 17. Jahrhundert befinden
- Unterlagen über das Bestehen einer jüdischen Gemeinde sind nicht nachweisbar
- einige Grabsteine wurden angeblich zum Friedhof von Ustek gebracht
Cizkovice
- hier befand sich ein jüdischer Friedhof aus dem Jahr 1800 mit Grabsteinen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- dieser wurde hauptsächlich durch die jüdische Gemeinde in Milesov und die Garnision Terezin genutzt
- heute sind keine Reste mehr auffindbar
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