Roudnice
Friedhöfe von Roudnice
- insgesamt drei jüdische Friedhöfe hat es gegeben
- der erste war ein Nachbargrundstück oder ein Teil des späteren Kapuzinerklosters (erbaut 1615-28)
- einzelne Grabsteine wurden auf den zweiten Friedhof umgelagert oder verwendete sie im 17. Jahrhundert als Baumaterial
- einige wurden in Gebäuden gefunden und brachte sie ins Ortsmuseum welches 1956 geschlossen wurde
- der zweite Friedhof liegt bis heute hinter der westlichen Abgrenzung des ehemaligen Ghettos und ca. 350 Meter westlich der Synagoge
- Gründung war 1613 und bis 1890 für Beerdigungen genutzt
- älteste Grabstein ist von 1611 und stammt vom ersten Friedhof
- im nördlichen Teil ruhen einige Märtyrer und Opfer verschiedener Pogrome
- 1974 kam der Friedhof auf die Liste historischer Denkmäler, ist heute jedoch nicht mehr begehbar
- ein dritter Friedhof wurde 1890 etwa einen Kilometer westlicher gegründet
- bis nach dem zweiten Weltkrieg fanden Beerdigungen statt, 1985 wurde er geschlossen
Beschreibung des jüdischen Friedhofs
- Rudnice liegt 25 Kilometer südöstlich von Litomerice
- der Friedhof befindet sich am Stadtrand
- Überreste der Feierhalle befinden sich am Eingang, in den Mauern ist eine Inschrift in hebräischer und tschechischer Sprache:
"Der Staub, der auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat." - viele Gräber wurden geschändet und Grüfte wurden aufgebrochen
- auf vielen Sockeln fehlen Grabsteine, andere liegen kreuz und quer
Zeittafel
- bis 1613
- existierten in Roudnice nad Labem eine erste Synagoge und ein früherer jüdischer Friedhof, dessen Alter nicht bekannt ist, Gründung eines zweiten Friedhofs in diesem Jahr
- 1615-1628
- Kapuzinerorden errichtete an der Stelle des ersten jüdischen Viertels ein Kloster
- 1619
- Errichtung einer zweiten Synagoge
- 1631
- die sächsische Armee brannte das Ghetto nieder
- 1727-1728
- vollständige Vernichtung des östlichen Teils des Ghettos
Mitte des 19.Jahrhunderts musste die zweite Synagoge dem Bau der Eisenbahn weichen.
- 1852
- errichtete darauf die jüdische Gemeinde eine neue Synagoge
- 1890
- Gründung des dritten jüdischen Friedhofs
- 1953
- Umbau der Synagoge in ein Pensionshaus
- 1974
- kam der zweite Friedhof auf die Liste der historischen Denkmale
- 1985
- schloss der dritte Friedhof
Ghetto
- lag in der heutigen Straße Havlíckova, westlich der Elbbrücke
- Gründung erfolgte 1614 nach der Zerstörung des vorherigen jüdischen Viertels
- Ursprünglich gab es dort 12 Häuser
- 1631 wurden 28 gezählt
- 1718 waren es 51
- 1785 nur 45
- 1840 zählte man wieder 63 Häuser
- heute sind einige Gebäude des ehemaligen Ghettos restauriert
Synagogen
- erste Synagoge existierte bis 1613
- 1619 wurde eine zweite Synagoge an der Nordseite der Straße Havlíckova gebaut und bereits 1675 grundlegend überarbeitet
- diese hatte etwa 350 Sitze und stand bis zum Eisenbahnbau Mitte des 19. Jahrhunderts
- an der selben Stelle erbaute man 1852 die dritte Synagoge im neoromanischen Stil
- während des zweiten Weltkrieges fanden hier noch Gottesdienste statt
- 1953 wandelte man die Synagoge in ein Pensionshaus um
