Dipl. Ing. Werner Hofmann
- 1878
- in Meiningen geboren
- 1897 - 1903
- Studium als Elektrotechniker an den Technischen Hochschulen Darmstadt und Karlsruhe
- 1906 - 1930
- Leitung der Porzellanfabrik Freiberg. Diese Fabrik gehörte mit ihrer Gründung 1906 zu den wichtigsten industriellen Neuansiedlungen in Freiberg, die Zeugnis der gelungenen wirtschaftlichen Strukturwandlung der Freiberger Region nach dem Niedergang des traditionellen Bergbaus ablegte. Hofmann begann seine berufliche Laufbahn im elektrischen Prüffeld der Zweigfabrik Hermsdorf (Thüringen) der Porzellanfabrik Kahla. Er wurde mit der Direktion der neuen Fabrik in Freiberg aufgrund seiner Leistungen bei der Entwicklung von keramischen Hochspannungsisolatoren betraut, da dieses neue Zweigwerk für die rationelle Massenfertigung elektrokeramischer Produkte vorgesehen war. Direktor Hofmann gelang es, auch durch seine enge Zusammenarbeit mit der Bergakademie Freiberg, die Freiberger Porzellanfabrik zu einem der modernsten elektrokeramischen Unternehmen Deutschlands auszubauen.
- 1923
- Schatzmeister und Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde der Bergakademie Freiberg
- 1924
- Ernennung zum Ehrensenator der Bergakademie
- 1929
- Ehrenpromotion an der Bergakademie
- 1930
- Nach der Schließung der Porzellanfabrik Freiberg zieht W. Hofmann nach Dresden
- 1935
- Die Nazis verfügen die Streichung W. Hofmanns aus der Liste der Ehrensenatoren und Ehrendoktoren der Bergakademie Freiberg
- 1939
- Nach dem Judenpogrom, der so genannten "Reichskristallnacht", wird W. Hofmann in den Freitod getrieben
Im November 1996 ehrte der damalige Landrat des Landkreises Freiberg, Eberhard Löffler, Werner Hofmann durch die Anbringung einer Gedenktafel am Hauptgebäude des Landratsamtes - übrigens neben einer Tafel, die ein Jahr zuvor zum Gedenken an tausend jüdische Häftlingsfrauen angebracht worden war, welche 1944/1945 im gleichen Gebäude (ehemalige Porzellanfabrik) in einem KZ-Außenlager des KZ Flossenbürg Zwangsarbeit leisten mussten. Unmittelbar neben dem Hauptgebäude des Landratsamtes befindet sich die Villa, die Direktor Hofmann mehr als zwei Jahrzehnte bewohnt hatte.