Ester Golan
Ester Golan schrieb ihre Lebensgeschichte im 1995 erschienenen Buch "Auf Wiedersehn in unserem Land" ("Lehitraot B'arzenu") nieder.
Dieses Werk widmete sie ihrem Mann David Golan, ihren Söhnen und Enkeln und ihrer ganzen Familie.
Ester ist das Kind von Arno Aron Dobkowsky (geb.am 23.08.1886; gest.am 10.02.1943) und Elsbeth Dobkowsky (geb.am 23.07.1892; gest.am 16.05.1944).
Zunächst wurde sie Ursula genannt. Beide Eltern wurden am 5.11.1942 nach Theresienstadt gebracht. Elsbeth Dobkowsky erbte von ihrem Vater ein Schuhgeschäft in Glogau (Schlesien).Sie mußte es aber bald aus wirtschaftlichen Gründen schließen, worauf die Familie im Dezember 1937 nach Berlin übersiedelte. Im selben Jahr wanderte ihr älterer Bruder Peter nach Palästina aus. Noch in Glogau besuchte Ester Golan eine katholische Volksschule.
Im Oktober 1938 kam sie in ein Hachscharalager, nahe bei Berlin. In solchen Lagern wurden Juden auf ihr künftiges Leben in Palästina vorbereitet.
Am 25.03.1939 gelang es den Eltern, Ester Golan auf einem Transport mit jüdischen Kindern aus Nazideutschland herauszuschaffen. Der Transport führte sie von Berlin über Holland nach Wittingehame in Großbritannien. Im November 1940 verließ sie das dortige Kinderheim und arbeitete ab dann als "Mädchen für alles" in einem anderen Kinderheim in Edingburgh. Ihrer Schwester Marianne-Renate gelang im Juli 1939 ebenfalls mit einem Kindertransport die Flucht aus Deutschland nach London.
Nach dem Krieg konnte Ester Golan noch im Sommer 1945 von England nach Palästina übersiedeln. In Haifa studierte sie Erziehungswissenschaft und Soziologie. Verheiratet hatte sie in Israel mit ihrem Mann drei Kinder, heute zählt sie in ihrer Familie bereits dreizehn Enkel.
Freiberg ist für Ester Golan eine besondere Stadt, da ihre Großeltern Sally und Franziska Dobkowsky hier ein Geschäft besaßen. Als Kind besuchte sie oft ihre Verwandten. Anlässlich der ersten Shalomtage 1996 war sie Gast in Freiberg. Das erste Mal seit ihrer Kindheit kam sie damals zurück. Auch 1998 zu den 2. Shalomtagen zählte die israelische Autorin zu den Gästen der Stadt.