Heinz Kahnemann
König der Bühne
Heinz Kahnemann (1905 - 1977)
Von 1960 an war Heinz Kahnemann 10 Jahre lang festes Mitglied des Ensembles vom Theater der Jungen Generation in Dresden. Er spielte hier in fast 30 Inszenierungen, darunter in "Die Aula", "Der Weg ins Leben", "Reise um die Welt in 80 Tagen", "Göttliche Komödie" und "Die Prinzessin und der Schweinehirt".
1970 ging er in den Ruhestand. Durch Krankheit geschwächt, brach bei ihm die Malaria, an der er im Exil erkrankt war, immer wieder aus. 1977 starb Heinz Kahnemann im Alter von 72 Jahren und wurde im Ehrenhain auf dem Heidenfriedhof beigesetzt.
- 1905
- am 03.02.1905 wurde er in Berlin als Sohn des Kaufmanns Magnus Kahnemann und dessen Ehefrau Clara, geb. Rau, geboren. Nach dem Abitur begann er eine Lehre als Verlagsbuchhändler bei dem renommierten Verlag "Hoffmann und Campe".
- 1923
- bis 1925 Besuch der "Neuen Schauspielschule Berlin"
- 1925
- Engagement am Neuen Theater in Frankfurt/Main später Engagements an verschiedenen Berliner Bühnen: Hellmer- Brühnen, Lessing- Trianon- Theater und Kleines Theater
- 1926
- bis 1927 Stadttheater Ulm/O.
- 1927
- bis 1928 Oberschlesisches Landestheater Beuthen /Oberschlesien
- 1928
- bis 1930 Stadttheater Wilhelmshaven
- 1930
- bis 1932 Städtische Bühnen Rostock
- 1932
- Ostmarkenrundfunk Königsberg/Pr.
- 1932
- bis 1933 Kollektiv Hamburger Schauspieler (Politisches Theater)
- 1933
- aus politischen und rassischen Gründen Ausschluss aus der Reichstheaterkammer und generelles Auftrittsverbot.
- 1933
- bis 1935 aktive Mitarbeit bei der Herausgabe der illegalen Zeitung der antifaschistischen Schauspieler "Die Rampe" in Berlin, die Zeitung wurde 1935 zerschlagen.
- 1935
- bis 1938 zeitweilige Mitarbeit im Theater des Reichsverbandes Jüdischer Kulturbünde in Berlin, Breslau und Köln.
- 1939
- Emigration nach Bolivien, arbeitete als Landwirt und Imker in der Cociedad Colonizadora de Bolivia in Charobamba, in dieser Zeit war er Mitglied und zeitweiliger Sekretär der Vereinigung Freier Deutscher in Bolivien (Vereinigung der politischen Emigranten).
- 1950
- Rückkehr nach Deutschland- Arbeit im Demokratischen Rundfunk Berlin
- 1950
- bis 1952 Engagement an der Neuen Bühne Berlin
- 1952
- bis 1955 im Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig
- 1955
- bis 1958 Städtische Bühnen Magdeburg
- 1958
- bis 1959 Städtische Bühnen Quedlinburg
In Bolivien versuchte sich Heinz Kahnemann mit verschiedenen Berufen über Wasser zu halten. Hier hatte er mit einfachsten Mitteln eine kleine Imkerei in den Bergen aufgebaut.
Eine Glanzrolle: als König in "Die Prinzessin und der Schweinehirt" am Theater der Jungen Generation.
Heinz Kahnemann (2.v.r.) in "Die Göttliche Komödie" von Isidor Stock.